HomeKontaktImpressumLinks
small normal large schmal normal breit
Streifen

Drucken

Senkobobuddhismus

AN DIESEM ORT WIRD ZAZEN PRAKTIZIERT
SANGHE (TIEFE REUE) DURCH JUJUKINKAI GEÜBT
DAS DO NEMBUTSU GERUFEN



Tempel in Japan

In unserem Tempel wird in der Tradition von Tatsutayama-Senkobo, einem Tempel in Westjapan, der um 1470 von Minonokami Usami begründet wurde, eine buddhistische Praxis gelebt und vermittelt. Reiunken Shue Usami hat aus einer uralten Tradition eine "neue" buddhistische Praxisrichtung geformt. Wir praktizieren das Nembutsu immer weiter, egal in welcher Tiefe des Bewusstseins wir uns befinden. Das ist ein Teil unserer Praxis der Hinwendung zur Kraft von Mitgefühl und Barmherzigkeit und dem Licht ohne Anfang und Ende, das wir mit Amida-Buddha bezeichnen.

Wir machen das Licht des Buddha Amida in uns frei, indem wir unseren Geist säubern. Leer machen für Amida-Buddha – das tun wir über die Jujukinkai-Methode, bei der wir unser Verhalten gegenüber den anderen Wesen in Wochen-Retreats (ähnlich Zen-Sesshins) prüfen. Unser Verhalten prüfen wir bei Jujukinkai anhand der 10 Sittenregeln (Sîla) aus dem Mahâyâna-Buddhismus. Sie regen an, folgende Handlungen nicht durchzuführen:

  • 1. Leben zu nehmen
  • 2. Diebstahl
  • 3. Vergewaltigung der Sexualität
  • 4. Lügen
  • 5. Trunkenheit
  • 6. über schlechte Taten anderer zu sprechen
  • 7. sich selbst zu loben und andere zu verunglimpfen
  • 8. geistige oder materielle Hilfe widerwillig zu geben
  • 9. Ärger und Zorn
  • 10. die Drei Kostbarkeiten zu lästern.

Das Halten der Sittenregeln ist nicht allein aus ethischen Gründen wichtig. Die Sîla sind die Grundlage einer spirituellen Praxis, da man auf dem Weg geistiger Schulung nicht fortschreiten kann, wenn Herz und Geist nicht frei von der inneren Unruhe sind, die ein gedankenloser, gegen diese Sittenregeln verstoßender Lebenswandel mit sich bringt. Ungeachtet ihrer Entschlusskraft sind jedoch nur wenige Laien imstande, jede Sittenregel einzuhalten, und so sind Übertretungen in diesem oder jenem Ausmaß unvermeidlich. Solche Übertretungen hindern jedoch nicht daran, den Weg zur Erleuchtung zu beschreiten – vorausgesetzt, dass man sie eingesteht, wahrhaft bereut und sich anstrengt, in Zukunft den Sîla gemäß zu leben. Mit dem Fortschreiten auf dem Weg und durch zunehmende Kraft, Reinheit und Einsicht durch die meditative Praxis (Zazen) werden es weniger Übertretungen.

Tempel im Zentrum

Was jedoch nach buddhistischem Verständnis dauernden Schaden anrichtet, sich verhängnisvoll auf das geistig-seelische Fortschreiten auswirkt, das ist der Verlust des Glaubens an Buddha, an die Wahrheit, die er durch das Erlebnis seiner Vollkommenen Erleuchtung enthüllte (Dharma), und an die bekräftigenden Worte der Patriarchen (Sangha). In diesem Fall, so heißt es, ist Vollkommene Erleuchtung und damit die Ausrottung der tiefsten Wurzel des Bösen, nämlich der Unwissenheit und Verblendung, unmöglich.

Während der Jujukinkai-Praxis überprüfen wir unsere Erinnerungen anhand unseres Lebens, das wir tatsächlich gelebt haben, konkret und den Tatsachen entsprechend in Bezug zu jeder einzelnen der oben angeführten Sittenregel. Wir säubern uns vom Ego und machen uns so: MU – leer. In dieser Art Leerheit ist Platz für das gesamte Universum.

Eingang

Drei Teile umfasst unsere Praxis: Jujukinkai, Nembutsu und Zazen (Sitzmeditation). In der Regel üben wir so lange Jujukinkai, Nembutsu und Zazen, bis wir einen Zustand erreicht haben, zu dem wir Busshokai sagen, also die Buddhanatur erkannt haben. Nachdem dieser Zustand durch die Reinigung erreicht ist, ist das Jujukinkai "abgeschlossen" und wir "arbeiten", meditieren weiter mit dem Koan "Mu", dem Do-Nembutsu und Zazen.
Im Senkobo-Buddhismus gibt es weder Priester noch Laien. Es werden Tempel in der Familientradition geführt. Das Erleuchtungserlebnis des historischen Buddha wird als das zentrale Element im Buddhismus gesehen. Fällt diese Tatsache weg, dann fällt das ganze buddhistische Gebäude und seine Sinnhaftigkeit in sich zusammen.
Erleuchtung zu erfahren und zu leben ist zentrales Thema im Senkobo-Buddhismus. Und: sich ganz "ins Haus von Amida-Buddha zu begeben", das heißt, immer mehr in jenem Bewusstsein des Lichtes ohne Anfang und ohne Ende zu wirken und zu sein.

Mögen alle Wesen Befreiung finden.
Verehrung dem Buddha Amida.

Aktualisiert (Dienstag, 05. August 2008 um 12:26)

© 2002-2010 • Naikido Zentrum Wien